Stärke statt Macht!
Das alte traditionelle Rollenbild des Mannes ist geprägt von einer Autorität, die auf Machtdominanz beruht. Diese traditionelle Autorität gründet sich auf einer Hierarchie, welche aus Angst vor Bestrafung aufgebaut ist und keine Kritik duldet, Kontrolle über andere mit sofortiger Vergeltung bei Zuwiderhandlung - sowohl mit körperlicher als auch psychischer Gewalt.
Diese "Stärke durch Macht", spiegelt indirekt die eigene Schwäche wieder: Ich bin nur stark, solange ich andere kontrollieren kann. Dies wird von der heutigen Jugend und auch von den (Ehe)Frauen immer mehr durchschaut und angezweifelt.
Männer mit Führungsanspruch (Väter, Ehemänner, Lehrer, Pädagogen, Führungskräfte, Politiker, Priester, ...) die diese traditionelle Autorität verinnerlicht haben, kommen immer mehr unter Zugzwang, weil die Kontrolle über andere nicht mehr greift.
Deshalb ist es gerade für Männer in verantwortungsvollen Positionen wichtig, ihre Autorität aus innerer Stärke anstatt aus äußerer Macht zu gewinnen. Nur dann werden sie von ihren Kindern, ihren Frauen, ihren MitarbeiterInnen, SchülerInnen oder MitbürgerInnen respektiert, geachtet und alsvertrauenswürdige Partner angesehen.
Neue Autorität ist ein systemischer Ansatz, der Männer in ihren Männerrollen stärkt und ihnen Mittel zur Durchsetzung ihrer Aufgaben an die Hand gibt. Als wichtigste Ressource wird die Fähigkeit zur konstruktiven Beziehungsgestaltung durch eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber jeder einzelnen Person in den Vordergrund gestellt. Die Verantwortlichen widerstehen der Gefahr, sich in Machtkämpfe hineinziehen zu lassen und handeln so eskalationsvorbeugend. Problematischem Verhalten wird nicht mit Vergeltungsmassnahmen und Strafen sondern durch beharrlichen gewaltlosen Widerstand begegnet. Unterstützung beziehen Männer der neuen Autorität aus einem Netzwerk von Männern und Frauen, denn starke Männer holen sich Hilfe.
Familien - Vater und Partnercoaching
Das Ziel des Vater und (Ehe)Partnercoachings ist es, Männer aus der Ratlosigkeit zu führen und sie zu stärken, ihre väterlichen und partnerschaftlichen Aufgaben (wieder) wirksam ausführen zu können.
Manchmal haben sich die Dinge in einer Familie so entwickelt, dass Väter und Ehemänner nur mehr wenig Einfluss auf das Verhalten ihrer Kinder oder in die eheliche Beziehung haben. Besonders problematisch wird das, wenn Kinder gewalttätig oder auf andere Weise straffällig werden. Es ist ein hilfreiches Angebot für Väter, wenn Kinder versuchen, die Regeln in der Familie zu bestimmen, oder wenn Kinder für getrennt lebende Väter emotional kaum mehr erreichbar sind.
Ehemännercoaching stärkt Männer ebenso in Ehekrisen oder Trennungsphasen, weil sie sich dadurch stark genug fühlen, ihre Schwächen ein zu gestehen und um ihr bereits vorhandenes Unterstützungsnetzwerk zu aktivieren. Dieses Coaching bewahrt auch zur Gewaltätigkeit neigende Männer, gegen ihre Frauen handgreiflich zu werden.
Wir Männer können unsere Frauen nicht ändern, aber wir können so stark und kraftvoll sein, uns selbst zu ändern!
Dies gilt sowohl für hetero- als auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
Schulen
Für Lehrer ist es immer wieder eine Herausforderung mit verhaltensauffälligen und rebellierenden Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Schon ein einzelnes Kind kann durch eskalierendes Verhalten die Gruppendynamik in einer Klasse bestimmen. Anstatt sich in Machtkämpfe zu verstricken, zielt das Konzept der Neuen Autorität darauf ab, die Präsenz der handelnden Personen zu steigern, deeskalierende Interventionsformen zu nutzen und die Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Unternehmen und Institutionen
Männer in verantwortungsvollen Führungspositionen erweitern mit den Grundhaltungen der Neuen Autorität ihre Führungskompetenz. Durch Präsenz, Wertschätzung, Respekt und Beharrlichkeit lernen sie ihren Mitarbeitern in Neuer Autorität zu begegnen.
Die Ausbildung von Mitarbeitern und Lehrlingen ist für Ausbildner nicht immer konfliktfrei möglich. Hier lernen sie den gewaltlosen Umgang mit schwierigen Situationen bei destruktiven Verhaltensweisen auszubildender MitarbeiterInnen.
Für Gemeinden
Gewalt, Vandalismus, Zerstörung von öffentlichen Eigentum bringt Gemeinden finanziell und moralisch in Bedrängnis.
Die Ansätze der „Neuen Autorität“ und des „Gewaltlosen Widerstandes“ bieten hier eine effektive Möglichkeit, Probleme in den Griff zu bekommen UND gleichzeitig die Unterstützung und Zustimmung der Bevölkerung zu erhöhen.
Männer in politischen Funktionen, welche in der Öffentlichkeit stehen, haben eine besondere Vorbildwirkung. Gerade deshalb ist es für diese besonders wichtig, ihre Autorität auf innerer Stärke statt auf korrupte Macht zu gründen.
